[Rezension] Colleen Hoover - Hopeless

captain cow | Montag, 8. Dezember 2014 | / / / |
Contemporary Young Adult, Romance, Dramarama Hopeless #1 goodreads
eBook, 410 Seiten

“Hopeless” ist ein ziemlich hoffnungsloses Buch. Sowohl inhaltlich als auch qualitativ. Es geht nämlich um die Geschichte eines Mädchens, das sich zum ersten Mal in einen Typen verliebt, gleichzeitig aber auch dramatische Dinge über ihr eigenes Leben und das ihrer Adoptivmutter erfährt. Mehr will ich hier nicht verraten, außer: Macht euch auf Offenbarungen gefasst, eine riesige Portion Drama und ganz viel Herzschmerz. Das Buch ist ein bisschen wie ein Karamellbonbon – eigentlich gut gemeint, aber einfach viel zu viel des Guten.


Mein größtes Problem mit dem Buch war, dass die Geschichte sich um so viele schlimme und wichtige Themen dreht, diese aber so eingepflanzt werden, dass es mehr um das damit verbundene Drama geht. Ich konnte nichts davon richtig ernst nehmen, konnte nicht mitfühlen, gar nichts. Weil alles immer aufgebauscht wird und noch ein Unglück hinzukommt und die Autorin nicht den richtigen Ton trifft. Schade sowas.

Damit verbunden ist das unglaubliche Slut Shaming, das in diesem Buch betrieben wird. Erst wollte ich schon ein bisschen jubeln, als man mitbekommen hat, dass zum Beispiel Skys beste Freundin Six viele sexuelle Beziehungen hat und kein Problem darin sieht, mit Jungs einfach Spaß zu haben. Das wandelte sich aber ganz schnell, als ich mitbekam, dass das gar nicht einfach in den Raum gestellt wird und unbewertet bleibt. Nein, natürlich muss sie deshalb gleich eine Schlampe sein.

Positiv hingegen fand ich, dass Colleen Hoover nicht das typische Fade-Out verwendet und die Beschreibung endet, sobald es mal zu einem intensiveren Kuss kommt. Auch wenn die Szenen nicht banal beschrieben sind, musste ich an den unpassendsten Momenten doch ein wenig die Augen verdrehen. Die Autorin schafft es nicht, Vielfalt in ihren Stil zu bringen. Viel zu oft las ich Formulierungen wie „this hopeless boy“ oder dass Holders Lippen/Atem/Zunge Skys Lippen/Haut „teasen“.

Warum ich das Buch trotzdem bis zum Ende gelesen habe? Weil es einfach einen Unterhaltungswert hat. Der simple Stil macht das Buch extrem leicht zum Durchschmökern, das Drama setzt dem Ganzen die Krone auf. Das eine oder andere Karamellbonbon kann man sich eben doch mal gönnen.

Kommentare:

  1. Am besten finde ich, dass du Dramarama als Genre zählst xD
    Karamellbonbons sind schon lecker, nur danach sind die Zähne immer so eklig belegt :P
    Es ist mir ja schon ein bisschen ein Rätsel wie so viele Leser CH richtig ernst nehmen können. Viele leiden ja richtig mit und amüsieren sich nicht wie wir über das Dramarama o.O

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    1. Spätestens seit Hopeless und Beautiful Disaster muss das als Genre zählen x)
      Verstehe ich auch nicht so wirklich, was daran emotional mitreißend sein soll, dazu ist es vieeel zu überzeichnet. Achje.

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  2. Ich habe ja gerade Ugly Love von der Autorin gelesen, was im Grunde genauso zu deiner Rezension passen würde. Viel Drama, nichts was man wirklich ernst nehmen könnte. Ganz nett, aber ein weiteres Buch der Autorin muss nicht sein. Warum die als eine Art ÜberAutorin im NewAdult Genre angesehen wird, versteh ich auch nicht. So toll ist ihr Schreibstil nicht :P

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    1. Ich glaube das liegt daran, dass "alles" andere im New Adult Genre noch viel schlechter ist >.>

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    2. @MissBookiverse könnte gut sein ^^ mir ist bis jetzt auch kein Buch aus dem Genre untergekommen, welches zumindest ansatzweise Eindruck hinterlassen hätte... aber ich gebe die Hoffnung nicht auf :D Wobei ich Ugly Love zumindest schon mal besser fand als das scheußliche Beautiful Disaster.

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    3. Ich finde ja Rainbow Rowell sollte sich in dem Genre breitmachen. Fangirl passt da schon ganz gut rein :)

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    4. Joo, finde ich auch! Und Gayle Forman, Kirsten Hubbard und Nina LaCour haben da auch schon ganz gut was zu beigetragen, obwohl die ja irgendwie doch mehr als YA gezählt werden.

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  3. Haha, eine schöne Rezension. Nach "Weil ich Layken liebe" (Originaltitel: "Slammed") habe ich die gute Frau als Rosamunde-Pilcher-Verschnitt für Jugendliche eingestuft und damit offensichtlich nicht falsch gelegen. Mir sind das zu viele Karamellbonbons ;)

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    1. Haha, neee, du liegst ganz sicherlich nicht falsch. Rosamunde-Pilcher-Verschnitt für Jugendliche trifft's wunderbar.

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  4. Den Vergleich mit dem Karamellbonbon finde ich fantastisch, obwohl ich das Buch nicht einmal gelesen habe. Erinnert mich bei dem vielen Drama von dem du spricht, aber wieder an "Slammed" und das hat mir von der Autorin auch voll und ganz gereicht. Deine Bewertung bestätigt mich also nur in meiner Entscheidung, kein Buch mehr von ihr zu lesen. ;)

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    1. Achje, scheint, als könnte die Autorin nicht anders, als ins Dramarama abzudriften. Schade, schade, hatte von Slammed auch einiges Gutes gehört und gedacht, es könnte vielleicht mal eine gute New Adult Geschichte sein, scheinbar aber nicht :/ Dann lassen wir wohl beide die Finger von ihr ;)

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