[Rezension] Laura Buzo - Love and Other Perishable Items

grass-harp | Montag, 7. April 2014 | / / |
Contemporary YA - goodreads
Hardcover, 243 Seiten; Knopf Books
From the moment 15-year-old Amelia begins work on the checkout at Woolworths she is sunk, gone, lost...head-over-heels in love with Chris. Chris is the funny, charming, man-about-Woolies, but he's 21, and the 6-year difference in their ages may as well be 100. Chris and Amelia talk about everything from Second Wave Feminism to Great Expectations and Alien but will he ever look at her in the way she wants him to? And if he does, will it be everything she hopes?
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Beziehungen mit großen Altersabständen finde ich immer wieder interessant. Zur Abwechslung wird in „Love and Other Perishable Items“ aber mal nicht eine Schülerin-Lehrer-Beziehung beschrieben sondern einfach die Freundschaft und Schwärmerei zwischen einer fünfzehnjährigen Schülerin und einem Collegestudenten, der mit ihr im gleichen Supermarkt arbeitet.

Besonders toll fand ich, dass ich in diesem Buch die Faszination der beiden füreinander nachvollziehen konnte, während man sich gleichzeitig des Altersunterschieds bewusst blieb. Man liest aus beiden Perspektiven (allerdings nicht abwechselnd, sondern immer längere Passagen aus Amelias Sicht, die dann im Nachhinein noch mal aus der von Chris aufgeschlüsselt werden) und kann so in beide Köpfe mal reingucken. Bei Amelia ist da mehr die Schulmädchenschwärmerei, während Chris stets durch das Wissen darum, wie jung sie ist, gehemmt wird. Dabei sollte man in dem Buch aber keine richtige Beziehung zwischen den beiden erwarten; es geht, wie gesagt, eher um eine Freundschaft mit Hintergedanken, viele Gespräche und ein paar Träumereien.

Das ist aber alles andere als langweilig, denn besonders die Dialoge sind authentisch und meistens sehr amüsant. Oft unterhalten sich die beiden über Bücher, die Amelia für den Englischunterricht lesen muss, wobei sie sich immer ziemlich stark über die Blödheit der Charaktere oder die zweifelhafte Moral in Rage redet. Die Gespräche drehen sich wirklich selten um sie selbst, stattdessen kann man sich aus verschiedensten Themen, über die sie reden, ihre Meinungen zusammenfischen und zusammensetzen, um sie noch ein bisschen besser kennenzulernen. Ich fand das echt toll, ganz besonders als Chris Amelia einen Brief über Feminismus schreibt und ihr das historisch ein bisschen aufgliedert. Schön, dass es in diesem Buch nicht ständig ums Aussehen geht, sondern auch Wissen mal als sexy dargestellt wird.

Durch einige aktuelle gesellschaftspolitische Themen gewinnt das Buch also noch an ein wenig zusätzlicher Tiefe und macht es nicht zu einem 0815-Teenie-Liebesroman. Langweilig und trocken wird es durch die Kürze aber auch nicht. Also genau richtig, falls ihr einen kleinen, süßen und nicht ganz so pappig-blöden Lesehappen verschlingen wollt!

Kommentare:

  1. Ich fand das Buch auch wirklich schön, weil es so speziell ist. Es ist nicht wirklich eine Liebesgeschichte und konzentriert sich auch mal auf andere Arten von Zuneigung, dass fand ich an dem Buch wirklich schön. Aber irgendwie hat mir das gewisse Etwas gefehlt, ein bisschen mehr Spannung. :) Deine Rezi fasst es aber einfach super zusammen.
    Alles Liebe.

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    1. Ja, das stimmt. Ich finde nur Cover, Titel und Klappentext dafür ein bisschen unglücklich, da erwartet man ja doch ein bisschen was anderes. Zumindest ging es mir so.
      Kennst du denn das andere Buch der Autorin, "Holier Than Thou"? Das wollte ich auch unbedingt noch ausprobieren, da ist die Protagonistin dann ja etwas älter.

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  2. Schade, dass es nicht richtig zur Sache geht ;) aber klingt ja trotzdem gut. Nur bei den Unterhaltungen über Lektüre aus dem Englischunterricht bin ich stutzig geworden. Über welche Bücher reden die denn so? Same old same? Das kann ich nämlich nicht mehr lesen D:

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    1. Haha gibt ja aber auch genug Bücher, in denen es dann zur Sache geht ;)
      Würde schon sagen same old same, zumindest der Großteil. Aber irgendwie fand ich nicht, dass sie so wie in anderen Büchern drüber reden. Amelia fängt voll oft mit Rants an, das ist ziemlich amüsant. Allerdings fand ich das bei Severed Heads, Broken Hearts ja auch nicht so störend wie du.

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    2. Ich find's eigentlich auch nicht richtig störend, aber meistens so langweilig, weil es immer die gleichen Bücher sind und meistens finde ich es unglaubwürdig, dass Teenager sich so mit literarischen Werken identifieren können (ging mir halt fast nie so), aber "rants" klingen da schon wesentlich realistischer und interessanter :D

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    3. Ah ja, das kann ich gut verstehen. Kann mir das bei manchen Personen schon vorstellen (vor allem wenn sie auch im restlichen Roman irgendwie so wirken, als würden sie sich für ältere Werke interessieren bzw. können sich davon begeistern lassen), manchmal nervt es aber schon echt, als wäre das ganze irgendwie obligatorisch in solchen Büchern.

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  3. ohh deine Fotos immer! die sind so toll <3
    Und das Buch klingt auch total gut! Ich hatte da bisher, außer von dir, noch gar nix gehört :) ich muss mal schauen, ob es das in der Bib gibt.

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    1. Dankeee, das freut mich :)
      Wurde auch auf Deutsch übersetzt und heißt "Wunder wie diese" oder so. Vielleicht gibt's das in der Bib noch eher.

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